Klavier spielen - ja, das hat was! Aber was ist es eigentlich, das uns am Klavierspiel so fasziniert? Zum Beispiel:
Tatsächlich gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass wir uns offensichtlich an Melodien erinnern können, die wir ungefähr ab der 24.Woche der Schwangerschaft als Fetus gehört haben. Denn ab diesem Zeitraum beginnt der Hörsinn zu funktionieren.
Anmerkung: Den Embryo nennt man ab der 8.Woche der Schwangerschaft Fetus. Das ist der Zeitpunkt, zu dem sich der bereits der Tastsinn zu entwickeln beginnt.
Trotzdem ist unsere Klangerwartung kein Produkt der Werbung! Denn unsere Erwartungen sind von unseren ersten Erfahrungen geprägt. Und auf die Situation, in der wir die ersten Geräusche und Klänge hören, hat weder die Industrie noch die Werbung bislang einen Einfluss. Denn die Situation ist dadurch gekennzeichnet, dass wir uns als Fetus im Fruchtwasser befinden. Das Fruchtwasser sowie der uns umgebende Körper der Mutter sind das Medium, das unsere ersten Hörerfahrungen bestimmt und somit unsere späteren Erwartungen an den Wohlklang prägen.
Zurück zur letzten Frage Vorgeburtliches MusikerlebenNein, Kinder werden nicht intelligenter, wenn man ihnen Mozart vorspielt. Dennoch hat es einen positiven Effekt, wenn die Mutter Musik hört oder musiziert. Denn in der Regel bedeutet diese Zeit für den Embryo, den man ab der 8.Woche der Schwangerschaft Fetus nennt, dass er sich nun bewegen kann. Dadurch wird unser Nachwuchs zumindest für Musik zusätzlich positiv gebahnt. Das heißt, hierüber kann man bereits eine Tendenz verstärken, sich irgendwann einmal mit Musik intensiver zu beschäftigen.
Zurück zur letzten Frage Damit Klavier spielen Spaß macht!Kinder müssen vieles entwickeln. Daher ist es sinnvoll, wenn wir den Kindern erst einmal die Zeit geben, in die Welt hinein zu wachsen. Eine gut entwickelte Basis nützt den Kindern später beim Klavier spielen.
Klavier spielen ist ein relativ komplexer Vorgang. Es geht darum Finger und Töne über die Noten miteinander in Verbindung zu bringen. Das stellt neben der Koordination auch eine gewisse Anforderung an das abstrakte Denken dar. Diese kognitive Leistung bringen Kinder in der Regel erst ab dem 6.Lebensjahr zustande. Mehr...
Zurück zur letzten Frage Kennen Sie schon den Musikkindergarten?Lange bevor Kinder zu den komplexen Leistungen des Klavierspielens imstande sind, können sie bereits Erfahrungen mit Klängen sammeln. Daher sollten wir den Kindern nicht nur für neue Bewegungserfahrungen sondern auch für Klangexperimente Spielräume einräumen.
Zum Thema Musikkindergarten Gestalten - wer will das nicht?Kinder tragen in sich den offensichtlich ganz natürlichen Wunsch, ihre Welt und damit verbunden selbstverständlich die selbst gewählten Aufgaben zu gestalten. Kinder besitzen noch den intuitiven Zugang zu sich selbst. Das heißt, sie können am besten selbst einschätzen, wie groß eine Aufgabe sein muss, um einerseits interessant und andererseits lösbar zu sein!
An dieser Stelle muss ich meinen flüssigen Text unterbrechen. Denn es lohnt sich, hier festzustellen, dass Kinder bereits die Erfolgswahrscheinlichkeit der Aufgaben in Bezug auf die eigene Leistungsfähigkeit richtig einschätzen können. Kinder sind somit für sich selbst die besten Pädagogen mit einer klaren Erfolgsorientierung! Demnach kann man Kindern ganz getrost Spielräume zum Gestalten anvertrauen!
Zum Thema Musikkindergarten Spielerisch Erfahrungen sammelnHinsichtlich der Vielfalt der möglichen Klänge gibt es Klänge aus der Natur, die man nachahmen kann. Oder es gibt angenehme und unangenehme Klänge, laute und leise Klänge. Es gibt Melodie- und Rhythmus-Instrumente. Einen Großteil des Spektrums bereits für Kinder erfahrbar machen, dieses Ziel hat man sich in dem so genannten Musikkindergarten gestellt, der von dem berühmten Dirigenten und Pianisten Daniel Barenboim ins Leben gerufen worden ist.
Zum Thema Musikkindergarten Die positiven Nebenwirkungen kennen und nutzen lernenÜber die Klangerfahrungen hinaus kann man hier auch gleich Musik mit Bewegung verknüpfen. Und Kinder können bereits erspüren, dass es anspannende und entspannende Wirkungen von Musik gibt. Damit lernen Kinder schon frühzeitig ein natürliches Medium kennen, um innere Spannungen regulieren zu können.
Zum Thema Musikkindergarten Botschaften spielerisch in der Musik transportierenBereits bevor Kinder lesen und schreiben können, öffnet sich Kindern die Möglichkeit, in Verbindung mit der Musik Sachinhalte zu lernen. Beobachten Sie einmal selbst das Verhalten von zum Beispiel vierjähriger Kinder: Kinder hören Musik. Kinder tanzen zur Musik. Kinder singen einfach Liedtexte mit - und lernen so nebenbei die sachlichen Inhalte der Texte. Über das Singen werden die Inhalte emotional aufgeladen und gespeichert. Auf diesem Weg kann das natürliche Lernen der Kinder bereits mit konkreten Inhalten angereichert werden. Aufgrund der richtigen da erwünschten Hör-Vorbilder könnten demnach Einstellungen gebahnt werden.
Zurück zur letzten Frage Lernen lassen - geht das?Lernen ereignet sich bei Kindern nebenbei. Das ist der natürliche Lernweg. Vor allem in einem Zeitraum, der von der Natur durch ein Überangebot an Verschaltungsmöglichkeiten im Gehirn begünstigt wird. Dabei ist wichtig zu wissen, dass der zwar bereit gestellte aber ungenutzte Überschuss wieder abgebaut wird.
Da Klavier spielen komplex ist, muss die so genannte Didaktik die Vielschichtigkeit im Interesse des Lernerfolgs reduzieren. Bei einer zeitgemäßen Pädagogik steht nämlich der Lernerfolg im Zentrum. Ferner muss ein erfolgsorientierter Unterricht berücksichtigen, dass wir nicht wirklich etwas Neues lernen können. Wir können nur an bereits Bekanntes anknüpfen. Gerade daher ist es für Anfänger und insbesondere für Kinder wichtig, den Einstieg so einfach wie nur irgend möglich zu gestalten. Diese ersten Schritte in der Musik dienen für alle nachfolgenden Lernschritte als Anknüpfungspunkt. Lernen bedeutet nämlich, dass ein Netzwerk entwickelt wird.
Zurück zur letzten Frage Stabilisierende Funktion der MusikIn der Pubertät ereignen sich Veränderungen in der Struktur der Persönlichkeit. Damit verbunden ist ein gewisses Maß an Unsicherheit. Gleichzeitig bekommt das Gefühlsleben für die pubertierenden Jugendlichen eine neue Dimension. Daraus lässt sich unmittelbar ableiten, dass es für den Jugendlichen nun auch interessant wird, die entstehenden Gefühle über das Klavierspiel ausdrücken zu können!
Das Musizieren kann in diesem Abschnitt stabilisierend wirken. Dabei muss die Pädagogik sich jedoch einfühlen. In dieser Phase kann man mit dem Neulernen nicht einfach so weitermachen wie vorher. Auch die Pubertät ist wie das hohe Alter eine Phase, in der es weniger um den Aufbau und die Entwicklung von neuen Stücken sondern eher um die Pflege eines sich zuvor erarbeiteten Repertoires geht. Neulernen ist ja nur ein mögliches Ziel beim Musizieren. Mindestens gleichwertig sind zum Beispiel die Ziele der Selbstharmonisierung sowie der Selbstwirksamkeit, die eben durch die Wiederholung von etwas bereits Gekonntem gestärkt wird.
Zurück zur letzten Frage Wie stark sind Vorurteile?Im Vergleich zu den Kindern scheint das Lernen für Erwachsene schwerer. Da der Reifeprozess abgeschlossen ist, werden die Erwachsenen nicht von der Natur durch ein Überangebot an Verschaltungsmöglichkeiten im Gehirn unterstützt. Wenn Eltern gleichzeitig mit ihren Kindern anfangen, das Klavier spielen zu lernen, dann kapitulieren die Eltern häufig frühzeitig vor dem ungleichen Wettbewerb. Denn sie können nicht im gleichen Tempo lernen wie ihre Kinder. Aufgrund dieser Erfahrung kommt man nun endgültig zu der Einsicht, dass das Lernfenster für Erwachsene offensichtlich geschlossen ist.
Dabei ignorieren wir die Hinweise der Hirnforscher, dass sie den Schlüssel zum lebenslangen Lernen gefunden haben: Die Neurogenese. Denn unser Gehirn ist imstande, immer wieder neue Nervenzellen zu bilden. Natürlich sind die Hirnforscher nicht weltfremd. Sie sagen selbst, dass Veränderung zwar zu jedem Zeitpunkt möglich ist, sie aber immer schwieriger wird, umso eingefahrener wir in unseren Gewohnheiten sind. Es ist also nicht das Alter, was das Lernen erschwert. Nein, es sind die Gewohnheiten, die häufig bereits in jungen Jahren Entwicklungen blockieren!
Zum Thema Lernen für Erwachsene Sich neuen Erfahrungen öffnenDarüber hinaus sind wir Erwachsenen häufig von Misserfolgen in der Schule geprägt. Den Zugang zum natürlichen Lernen kann man uns Erwachsenen heute als eine neue Methode verkaufen. So einfach kann eine gute Geschäftsidee sein!
Zum Thema Lernen für Erwachsene Wir haben es selbst in der HandSchließlich erschweren wir uns den Lernerfolg, indem wir ein Scheitern durch unsere falsche Einstellung provozieren. Wir Erwachsenen wollen bereits am Ende des Lernprozesses angekommen sein. Damit verbunden ist dann unsere Ungeduld, mit der wir unseren eigenen Lernfortschritt beurteilen. Da wir ja bereits am Ende angekommen sein wollen, können wir mit unserem geringeren Lerntempo gar nicht zufrieden sein. Diese von uns selbst inszenierten Stolpersteine sind die größten Hindernisse auf dem Weg des Lernens von Erwachsenen - dabei könnten wir sie selbst aus dem Weg zu räumen!
Zum Thema Lernen für Erwachsene Der Langsame gewinnt!Die Evolution hatte bei der Entwicklung des Menschen einen genialen Einfall. Während bei den Tieren der Reifungsprozess sehr schnell geht und daher später auch wenig gelernt werden kann, hat sie extra für uns die Entschleunigung erfunden. Darin steckt die Neuigkeit, dass wir in die eigene Entwicklung verändernd bzw. lernend eingreifen können. Die Bedeutung, die im Transfer dieser Erkenntnis eben in dem vergleichsweise langsameren Lernvorgang der Erwachsenen enthalten ist, müssen wir als eine Chance nur an uns heranlassen. Und schon sieht die Welt anders aus! Denn ab sofort werden wir das Lernen nicht nur genießen, sondern die Veränderung als einen Prozess bewusst gestalten wollen!
Zurück zur letzten Frage Mit 66 Jahren...Ob es sich lohnt, mit 50 das Klavier spielen zu lernen, kommt darauf an, welches Lebenszeitmodell Sie besitzen! Also nach den bisherigen Vorstellungen geht es spätestens ab 50 steil bergab. Aber neue Umfragen haben ergeben, dass sich die Selbsteinschätzung hinsichtlich des Lebenszeithöhepunkts stark verändert hat!
Zum Thema Klavier lernen mit 50 Eigenständigkeit ist ein Kriterium der LebensqualitätInteressanterweise scheint die Beurteilungsgrundlage für die Neubewertung darin zu liegen, inwiefern man es in den eigenen Händen hält, sein Leben zu gestalten. Denn nun geht es mit 50 nicht mehr bergab sondern bergauf! Im Übrigen liegt es ganz bei Ihnen, ob Sie die Phase Ihres Lebenshöhepunktes bis 70 oder bis 80 gehen lassen wollen.
Zum Thema Klavier lernen mit 50 Unsere Einstellung formt unser GehirnDie Neueinschätzung der Lebenserwartung sowie die Erkenntnis der Hirnforscher, dass Lernen aufgrund der lebenslangen Neubildung von Nervenzellen (Neurogenese) in jedem Alter möglich ist, geben eine eindeutige Antwort: Ja, es lohnt sich, mit 50 das Klavier spielen zu lernen!
Zurück zur letzten Frage Mut zu Visionen ist gefragt!Sich neue Ziele setzen, heißt leben! Am besten fangen Sie gleich an, das Klavier spielen zu lernen, denn auf Sie wartet schon eine großartige Karriere. An dieser Stelle darf ich Ihnen ein Geheimnis verraten: Der beste Weg etwas zu lernen, ist es zu lehren! Aufgrund des zu erwartenden steilen Anstiegs der Nachfrage von Interessenten über 50 werden nämlich dringend Klavierlehrer gebraucht. Daher verrate ich Ihnen hier gleich das nächste Geheimnis: Die moderne Erziehungswissenschaft hat herausgefunden, dass Kinder am besten von Gleichaltrigen lernen.
Zum Thema Klavierlehrer werden Dürfen auch Erwachsene noch wachsen?Bestimmt werden Sie jetzt einwenden, dass Sie längst kein Kind mehr sind. Diese Erkenntnis gilt selbstverständlich im Transfer für alle Altersgruppen! Um ein konkretes Beispiel zu wählen: Grundsätzlich wären Sie ja schon bereit, einen Neuanfang zu wagen. Aber ob Ihr junger Klavierlehrer auch schon soweit gereift ist, dass er ebenso wie Sie den Mut zu und die Lust auf die Langsamkeit eines individuell gestalteten Lernprozesses hat, das glauben Sie nicht, gell? Hier liegt also ein Stolperstein auf Ihrem Weg, der Sie und alle Gleichaltrigen in Ihrer möglichen Entwicklung behindert. Räumen Sie ihn doch einfach weg!
Zum Thema Klavierlehrer werden Es geht auch ohne StressBei einem ungefähr gleichaltrigen Klavierlehrer sind wir dagegen eher bereit anzunehmen, dass er uns eben nicht unter Zeitdruck setzt. Vielmehr erwarten wir gerade als eine altersgemäß angepasste pädagogische Leistung die Ermutigung, uns Zeit zu lassen sowie diese Zeit bewusst zu erleben und zu genießen! Der Wert der Zeit und insbesondere unserer Lebenszeit sollte uns im Verlauf von 50 und mehr Jahren aufgrund ihrer Unumkehrbarkeit schon bewusst geworden sein! Diese Zeit sinnvoll auszufüllen, zu gestalten und unsere mittlerweile gereiften Empfindungen intensiv zu erleben, das ist das Beste, was uns das Leben bieten kann. Denn Erleben ist Leben!
Zum Thema Klavierlehrer werden Aus dem Klavierlehrer wird ein BegleiterFür neue Wege brauchen wir auch einen neuen Begleiter. Das ist heutzutage kein Lehrer mehr sondern ein Coach. Dorthin führt die Spur, die in der ursprünglichen Schreibweise Clavierlehrer angelegt ist. Denn unser Klavier stammt von dem lateinischen Wort clavis ab. Das bedeutet der Schlüssel. Gemeint waren damit die Tasten der Claviatur, auf denen einst Noten standen, so wie man es auch heute noch für kleine Kinder macht, indem man die Noten als Buchstaben auf die Tasten klebt. Der Clavierlehrer wäre demnach ein Begleiter, der
Das Stimmungsmanagement ist eines der zeitgemäßen Ziele des Musizierens. Dabei ist die Stimmungsregulierung auch eine moderne Form des Stressabbaus! Denn Stress bewirkt eine Bereitstellung von Energie, die sich negativ auswirkt, wenn sie nicht abgerufen wird. Der Energiestau blockiert den Fluss des Lebens und führt daher zu den unterschiedlichsten Symptomen. Ihre Energie muss also wieder ins Fließen kommen. Dabei ist es dem Körper eigentlich egal, ob Sie die Füße beim Joggen oder die Finger am Klavier bewegen! Die Fingerbewegungen beim Klavierspiel haben den Vorzug, dass Sie dabei Klänge erzeugen, die eine weitere Wirkung auf Ihre innere Anspannung haben. Anstatt durch den Wald zu rennen, bringen Sie beim Klavierspiel Ihren Energiestau wieder ins Fließen, indem Sie sich komplex da multisensual über mehrere Sinneskanäle gleichzeitig entspannen! Mehr...
Zurück zur letzten Frage Macht Musik nun intelligenter?Es gibt einen Hinweis aus der Hirnforschung, der uns ermutigt, diese Frage zu bejahen. Dabei geht es um die Tatsache, dass unsere Gene am Anfang der Entwicklung ein Überangebot an Nervenzellen sowie Verbindungen zwischen diesen Zellen bereitstellen. Das innerhalb dieses für Wachstum und Entwicklung optimierten Zeitfensters ungenutzte Potenzial, wird anschließend wieder abgebaut und geht somit verloren.
Das Musizieren ist ja bekanntlich für das Überleben nicht notwendig. Daher kann man durch Musizieren Netzwerke bilden, die man mit keinem anderen der fürs Überleben wichtigen Schulfächer entwickeln kann. Wenn man folglich das vorhandene Überangebot an Nervenzellen und -verbindungen zum Anlegen von Musik-Netzwerken nutzt, so bleibt schließlich mehr Kapazität erhalten. Umso mehr Netzwerke und Verschaltungsmöglichkeiten uns zur Verfügung stehen, desto kreativer werden wir anschließend Problemlösungen finden können.
Besser als auf die Genialität des Mozart-Effekts zu spekulieren, ist es, sich daran zu orientieren, was dem Menschen evolutionär zu einer einzigartigen Entwicklung verholfen hat. Den Unterschied macht nämlich die so genannte Motorische Intelligenz. Sowohl die Feinmotorik der Gesichtsmimik und damit verbunden der Sprachorgane als auch die Feinmotorik unserer Finger sind unseren körperlichen Intelligenz-Potenziale. Diese Ressource wird beim 10-Finger-Spiel am Klavier ganz gezielt angesprochen und entwickelt. Daher findet tatsächlich über das Klavier spielen eine sehr konkrete Form der Potenzial-Entfaltung statt!
Zurück zur letzten Frage Vom Klavierspieler zum Pianist"Ganz einfach", antwortete die Pianistin Henriette Gärtner in einem Radiointerview des SWR2 am 14.Juni 2008. Darin berichtet sie von ihrer Kindheit. Sie kam bei einem Berufsmusikerpaar zur Welt und hat sich somit die Eltern genau richtig ausgesucht. Denn danach lernte sie das Klavier spielen genauso selbstverständlich, wie andere Kinder das Laufen lernen. Tatsächlich spielte Henriette bereits mit 3 Jahren Klavier. Mit 5 gab sie dann ihr erstes Konzert in Stuttgart und mit 8 spielte sie anlässlich der Internationalen Musikfestwochen in Luzern/Schweiz bereits gemeinsam mit dem berühmten Kammerorchester Festival Strings Lucern.
Zum Thema Pianist werden Vielfältige Reize führen zu einer intensiven EntwicklungDa ja beide Eltern Pianisten waren, wuchs Henriette Gärtner quasi in der Großfamilie mit den Komponisten Bach, Liszt, Chopin, etc. auf. Also war es für sie wiederum normal, sich schon früh mit anspruchsvoller Musik auseinanderzusetzen. Heute kann sich Henriette Gärtner daher den Luxus erlauben, ihr Talent immer noch weiter zu entwickeln. Denn bis heute mag sie sich nicht auf einen Favoriten unter den Komponisten festlegen. Sie spielt Werke von Komponisten bis in die Moderne und wählt für ihre Konzerte ganz bewusst unbekannte Werke aus. Das ist frischer Wind in der Pianistenszene und steigert den Erlebniswert der Konzerte von Frau Gärtner zusätzlich.
Zum Thema Pianist werden Auch Wunder brauchen EngagementAuf diese Frage der Reporterin reagiert Henriette Gärtner vehement. Sie erzählt, dass sie als Kind zusätzlich zu ihrem ganz normalen Werdegang zuerst an der Grundschule und anschließend am Gymnasium täglich zwischen 4-6 Stunden am Klavier geübt hat. Das Ergebnis ist kein Wunder. Vielmehr ist es die Folge von Disziplin, Durchhaltevermögen und auch von Verzicht. Diese Eigenschaften hat Frau Gärtner nicht nur als Pianistin sondern auch im Sport sowie im Ballett bewiesen. Doch davon erzählt sie natürlich nichts in dem Interview.
Zum Thema Pianist werden Musik mit all seinen positiven NebenwirkungenFrau Gärtners Bescheidenheit ist eine angenehme Eigenschaft. Denn Talent besitzt sie natürlich. Dies zeigt sich an einer interessanten Überschneidung. Die Neurologen berichten davon, dass sie in unserem Gehirn trotz der modernen Untersuchungsmethoden kein Zentrum für Musik gefunden haben. Daher gehen sie davon aus, dass Musik mehrere Fähigkeiten betrifft. So wird zum Beispiel über den Rhythmus die Motorik des Menschen angesprochen, über das Erfassen der Notensprache die Fähigkeit zu Abstrahieren, über die Melodie wird das Sprachzentrum bei der Verarbeitung von Musik aktiv beteiligt. Die Mehrsprachigkeit von Frau Gärtner ist für sie eine gute Hilfe für ihre internationale Karriere. Gleichzeitigkeit drückt sich hierin ein weiteres Talent aus. Denn nur wer ein Sprachgefühl besitzt, wird mehrere Sprachen auch fließend sprechend können. Auch die modernen Hirnforscher bestätigen den Zusammenhang zwischen Musikalität und Sprechen lernen. Sie gehen davon aus, dass jeder Mensch ein gewisses Maß an Musikalität mit auf die Welt bringt. Andernfalls könnte er gar keine Sprache lernen!
Zum Thema Pianist werden Sie erreichen, was Sie sich zutrauen!Mit ihrem Fleiß beim Üben bestätigt Henriette Gärtner die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung. Gerade Professor Manfred Spitzer weist daraufhin, dass es in der Definition des Talents wichtige nationale Unterschiede gibt. Während wir in Deutschland meinen, ein Talent wäre angeboren oder eben nicht, gehen Kinder zum Beispiel in Japan davon aus, dass derjenige ein Talent entwickelt, der sich intensiv mit einem Thema beschäftigt. Das hat natürlich weit reichende Folgen. Denn wir beschränken uns bereits frühzeitig in dem Erreichen eines möglichen Fortschritts. Dabei liegen die Grenzen lediglich in der Einstellung.
Zum Thema Pianist werden Jeder Mensch trägt ein Talent in sich!Professor Spitzer fordert auch dazu auf, die Tiefe des eigenen Talents zu erforschen. Dafür schlägt er vor, dass man sich einfach mal auf ein Thema konzentriert, das einem Spaß macht. Denn zahlreiche Talente bleiben im Verborgenen, nur weil sie nicht mit einer ausreichend großen Anstrengung geweckt worden sind. Mit seiner Forderung steht Professor Spitzer in der Tradition des Wortes Talent, das Geistesanlage, hohe Begabung bedeutet. Dazu passt die Aufforderung: Du sollst mit Deinen Pfunden wuchern! Denn damit sind die Anlagen gemeint. Das heißt aber nichts anderes, als dass man den Auftrag hat, die Anlagen zu entwickeln, die man bekommen hat.
Zum Thema Pianist werden Der Geist entscheidet über dier Richtung der Entwicklung!Professor Gerald Hüther kommt aufgrund seiner Untersuchungen als Neurobiologe zu dem Ergebnis, dass man das Umfeld des Menschen in das Modell des Aufbaus eines menschlichen Gehirns integrieren muss. Entscheidend für die Entwicklung unseres Gehirns ist seiner Ansicht nach das Betriebsklima, in dem wir heranwachsen.
Das Klima zum Klavier spielen lernen war für Henriette Gärtner ausgezeichnet. Dank der Vorbilder durch ihre Eltern, deren Einstellung zur Musik und somit eines insgesamt für das Klavier spielen günstigen Lernklimas konnte sie sich auch so gut entwickeln, dass wir sie heute gerne in die Schublade des Wunderkinds stecken würden. Dabei beweist ihre Lebensgeschichte doch eindrucksvoll, was möglich ist, wenn wir uns als Gesellschaft um ein positives Lernklima bemühen - das natürlich uns Erwachsene integriert. Denn wir Erwachsenen müssen ja zuerst einmal lernen, wie man ein solch günstiges Lernklima gestaltet!
Zum Thema Pianist werden Das Klavierkonzert als ErlebnisGenau genommen handelt es sich bei diesem Stück lediglich um Fingerübungen. Denn es ist die Hommage eines Klavierschülers an seinen Klavierlehrer, der bis heute allen Klavierschülern aufgrund der meist ungeliebten technischen Übungen bekannt ist. Es handelt sich um die Komposition Hommage à Czerny von Theodor Leschetizky (1830 - 1915), der später selbst ein berühmter Klavierpädagoge geworden ist. Was man aus einem solchen Spieltechniktraining machen kann, zeigt diese Komposition in der dynamischen Interpretation der Konzertpianistin Henriette Gärtner. Die Aufnahme entstand 2010 anlässlich des Klavierkonzerts im Neuen Schloss von Bad Lobenstein.
Ein nachträglicher Trost für alle Klavierspieler, die unter den Fingerübungen von Carl Czerny (1791 - 1857) gelitten haben: Wussten Sie, dass Czerny ein Schüler von Ludwig van Beethoven war?
Inzwischen hat Henriette Gärtner im Sommer 2011 zur Ergänzung ihrer Laufbahn als klassische Pianistin im Fachbereich Bewegungsphysiologie innerhalb der Sportwissenschaft promoviert. Aktuell stellt sie sich der neuen Aufgabe, ihre Erfahrungen als Konzertpianistin mit Interessierten zu teilen. In dem Zusammenhang lädt Frau Dr. Henriette Gärtner 2012 erstmals zu einem Internationalen Meisterkurs bei der Pianofortemanufaktur Sauter in Spaichingen ein. Mit ihrem Angebot wendet sich die renommierte Pianistin an
Seien Sie gespannt auf die Veranstaltung. Denn Henriette Gärtner ist nicht nur Pianistin. Sie verfügt darüber hinaus über eine Ballettausbildung und ist studierte Sportlehrerin. Im Zentrum des Seminars steht der Ausgleich zwischen der Interpretation und der Gesundheit der Musiker. Daher hat Frau Dr. Gärtner die Überschrift Körper und Klavier gewählt. Ich bin mir sicher, dass die Teilnehmer aufgrund der vielschichtigen Ausbildungen von Henriette Gärtner interessante Transferleistungen zwischen Sport, Tanz und Musik kennen lernen werden.
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